Ein neuer Turniertag beginnt in Klagenfurt gemütlich, langsam, es sind Temperaturen um die 30 Grad angekündigt. Niemand scheint es eilig zu haben. An den zahlreichen Kärntner Seen ist genug Platz für alle Badebegeisterten. Während sich der Schleier der Morgendämmerung hebt, herrscht am Campingplatz beim Strandbad Klagenfurt bereits emsiges, aber nicht hektisches Treiben. Aus einzelnen Zelten erheben sich Kinder zwischen elf und 18 Jahren, allesamt in orangenen T-Shirts. Das Frühstück ist angerichtet, Eltern und Trainer kümmern sich darum. Das Gebäck ist frisch, der Filterkaffee aufgebrüht und eine immense Menge an Cornflakes und Milch säumt die einzelnen Campingtische. Dass Niederländer die routiniertesten Camper sind, ist ein Klischee, aber es handelt sich tatsächlich um die Delegation der „Ludo Prima Donna Kaas Volleyball School“. Das Team stammt aus Huizen, einer niederländischen Gemeinde in der Provinz Noord-Holland und ist eine Auswahl an talentierten Spielerinnen und Spielern aus der Region. Der Verein bietet Sport auf hohem Niveau und ist sehr aktiv, wenn es um Turnierteilnahmen, wie eben jene bei den United World Games geht.
Zu behaupten, dass sie in Kärnten den Platz erste Reihe fußfrei am Wörthersee haben, ist eine Untertreibung. Sie brauchen nur wenige Schritte zu gehen und schon startet der Tag mit einem Sprung ins türkise Wasser des Wörthersees und das noch bevor andere Besucher im Strandbad Klagenfurt sind. Seit vielen Jahren bereits bietet dieser Platz die Basis für die Delegation aus Huizen. Unter den ganzen orangenen Shirts befindet sich ein junger Mann mit vereinnahmendem Lächeln und einer souveränen Ausstrahlung. Mats Bleeker ist der Leiter der 78köpfigen Delegation. Vom Zeltaufbau, den die Kinder übrigens selbst bewerkstelligen müssen (Teambuilding!) bis zur Fahrt zu den Spielstätten: Mats kennt das Turnier in und auswendig. Er war zunächst 2017 als Spieler bei den UWGs, dann als Trainer und jetzt eben als Teammanager. Das bedeutet allerdings nicht, dass seine aktive Laufbahn vorbei ist. Er ist nach wie vor aktiver Profi und dementsprechend ein Vorbild für „seine“ Kinder und Jugendlichen. Es gibt wohl wenige Personen, die den Geist der UWGs auf so viele verschiedene Arten inhaliert haben wie Mats.
„Die UWGs sind für uns ein sportlich wertvoller Wettkampf einerseits und gleichzeitig ein toller Saisonabschluss“, erklärt Mats. Bei „Ludo Prima Donna Kaas“ wird das von Generation zu Generation weitergegeben. „Die Sportwelt ist oft klein: ich habe einmal in meiner Profilaufbahn bei einem internationalen Spiel einen Holländer getroffen, den ich noch von den United World Games kannte. Später waren wir in unterschiedlichen Ländern bei unterschiedlichen Vereinen tätig. Hier findet man Freunde fürs Leben“, erzählt Mats. Ehemalige Spieler sind jetzt in der Rolle der Trainer, die älteren Kinder helfen den Neulingen sich zu Recht zu finden. „Es funktioniert deswegen so gut, weil die Betreuer ein eingespieltes Team sind. Gleichzeitig lernen die jungen Kinder von den Jugendlichen, nicht nur sportlich, auch wie man sich im Rahmen so einer Veranstaltung bewegt.“
Sportlich zählt das Volleyball Turnier bei den UWGs zu den sowohl qualitativ als auch quantitativ stärksten. Bei dieser Ausgabe haben die Burschen und Mädchen aus Huizen ihre Qualitäten unter Beweis gestellt und einiges dazu lernen können. „Solche internationalen Spiele helfen unseren Spielerinnen und Spielern sich weiterzuentwickeln. Ob es schließlich zum Profi reichen wird, wird sich weisen. Diese Turniere sind immer eine sehr gute Messlatte“, so der aktuelle Profi Bleeka. Die Bande, die jedenfalls in Klagenfurt geknüpft werden, halten ein Leben lang. Mats lebt noch seinen Traum als Profi, übrigens in der kommenden Saison sogar in der European League, den United World Games wird er immer verbunden bleiben, in welcher Rolle es auch immer sein mag. Der Tag startet dann wie gewohnt gemütlich am Campingplatz beim Strandbad Klagenfurt.
Fotocredits: Mats Bleeka | Wisthaler


